Kohlenstoff verbrennen ist teuer!

Freitag, 14. Dezember 2012

Es ist schon ganz schön schwer zu verstehen - wenn überhaupt. Da geht es um die Begrenzung möglicherweise katastrophaler Folgen einer unkontrollierten Klimaerwärmung durch die Verbrennung fossilen Kohlenstoffs. Trotz aller Warnungen von Wissenschaftlern konnte sich die Weltgemeinschaft in Doha nicht einigen, das 2°C Ziel wirksam zu verteidigen. Stimmen werden laut, Klimakonferenzen am besten sein zu lassen. Was man nicht versucht, kann auch nicht scheitern. Bravo. Vogel Strauß Politik! Dabei sitzen doch vernunftbegabte Wesen in den Regierungen der Welt - sollte man zumindest meinen. Schlägt doch die Reduktion der Treibhausgasemissionen mindestens zwei Fliegen mit einer Klappe!

In den meisten Ländern ist das ungehemmte Verbrennen von fossilem Kohlenstoff mit irrwitzigen Geldausgaben verbunden. Durchschnittliches Konsumverhalten bei Wohnen und Automobilität vorausgesetzt, verpulvert jeder Bundesbürger jährlich für etwas mehr als 1.000 Euro im Jahr fossile Treibstoffe. Das gilt nicht nur für die bislang noch einigermaßen wohlhabende Bundesrepublik Deutschland. Das gilt auch für die Krisenstaaten Griechenland, Portugal, Spanien und Italien. Diese Staaten decken zwischen 80 und 95 % ihres Primärenergiebedarfes aus fossilen Energieträgern. Davon werden 85 % bis 100 % importiert (Energy Mix Fact Sheets der EU, 2007). Damit sind nicht nur Treibhausgasemissionen verbunden, die ein 2 °C Ziel immer unrealistischer werden lassen. Es sind damit auch enorme Zahlungen verbunden! Geld, das gerade jetzt in diesen Ländern benötigt wird, fließt ab und macht die Exporteure von fossilen Treibstoffen noch reicher als sie ohnehin schon sind. Noch dramatischer ist, dass diese Treibstoffrechnung auf Kredit bezahlt wird. Nicht aus der Kasse heutiger Generationen, nein! Die nächsten Generationen dürfen die Energierechnung bezahlen. Wie intelligenter wäre es, die Kredite wenigstens für eine Form der Energiegewinnung einzusetzen, die Arbeit schafft und die laufende Rechnung für fossile Energie substanziell vermindert. Viele kleine und größere Gemeinden in Europa machen es vor. Sie prosperieren, weil die mit der Energiegewinnung und Umwandlung verbundene Wertschöpfung nun in der eigenen Region bleibt, anstatt einige Scheichs, russische Oligarchen oder die Norweger reicher zu machen. Ähnlich verhält es sich mit anderen Rohstoffen, die importiert werden müssen. Im Gegensatz zu wüsten Sparprogrammen hilft ein effizienterer Umgang mit Ressourcen den Krisenstaaten Europas langfristig weiter, weil es ihre laufenden Rechnungen verringert und dabei keine Menschen arbeitslos macht.



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