Blühende Wiesenwelten für die Aachener Region

Der Weltbiodiversitätsrat hat vor einigen Monaten auf die Notlage der Insekten hingewiesen und progrostiziert, dass ohne grundlegende Änderungen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weltweit eine Million Arten vom Aussterben bedroht sind.
Um diesem Trend entgegen zu steuern und die heimische Insektenvielfalt zu unterstützen, haben sich vier Aachener Organisationen im Projekt FLIP (Förderung der Lebensqualität von Insekten und Menschen durch perfekte Wiesenwelten) zusammengeschlossen: die RWTH Aachen, Stadt und Städteregion Aachen und die Aachener Stiftung Kathy Beys.

Ab 2020 sollen durch FLIP Rasenflächen und landwirtschaftlich genutzte Vielschnittwiesen unserer Region wieder in artenreiche Wiesen umgewandelt werden. Dort soll eine Vielfalt von regionalen Pflanzen angesiedelt werden, die unseren lokalen Gegebenheiten entspriecht, um den Lebensraum der bei uns heimischen Insekten wie Wildbienen, Hummeln und Schwebfliegen wieder herzustellen.

Ziel ist es, dass diese Wiesen dann mit wenig Pflegeaufwand langfristig zu erhalten. Die Projektpartner werden eigene Flächen in das Projekt einbringen. Aktuell werden jedoch noch Menschen und Organisationen gesucht, die größere Grünflächen für das Projekt zur Verfügung stellen möchten.
Interessierte können sich gern per E-Mail melden unter .
Weitere Infos sind auch der Pressemitteilung der Stadt Aachen zu entnehmen.


Geförderte Projekte

Hier finden Sie eine kleine Auswahl der von der Stiftung seit 2018 geförderten Projekte.  

Umwelt- und Waldpädagogik

Schon seit vielen Jahren fördert die Aachener Stiftung Kathy Beys Projekte der Umwelt- und Waldpädagogik, wie regelmässig in den Sommerferien zwei Waldwochen im Rahmen der Aachener Ferienspiele.

Bei schönstem Wetter nahmen in diesem Sommer jeweils über 50 Kinder zwischen 6 und 12 Jahren an beiden Waldwochen teil und gingen auf Entdeckungsreise durch den Aachener Wald. Sie suchten Tierspuren, erkundeten den Kupferbach und die Tiere, die darin leben, bauten Flöße, erprobten diese im Bach und lernten viel über das Leben im Wald und die heilende Wirkung von Pflanzen kennen. Die Kinder hatten Zeit zu schnitzen, den Wald zu erkunden und halfen den Waldarbeitern beim Fällen eines Baumes. Sie erfuhren die unterschiedlichen Regeln, die im Aachener Wald bzw. dem belgischen Wald gelten und dass man die Pflanzen am Wegesrand betrachten – aber leben lassen sollte.

In Kooperation mit dem Erlebnismuseum Monschau sahen die Kinder über 100 verschiedene Tierpräparate in allen Größen, die sie auch anfassen und streicheln konnten und erfuhren spannende Geschichten von Wald, Wild, Jagd und Naturschutz. 


Radentscheid Aachen

Der Radentscheid Aachen hat sich als loser Zusammenschluss fahrradaffiner Bürgerinnen und Bürger gegründet mit dem Ziel der Einleitung einer substantiellen Verkehrswende in Aachen, in der dem Fahrrad eine zentrale Rolle zukommt. In Anlehnung an andere erfolgreiche Radentscheide in Deutschland hat der Radentscheid Aachen Ziele für diese Verkehrswende formuliert, die in Form eines Bürgerbegehrens und notwendigenfalls eines Bürgerentscheids durchgesetzt werden sollen. Über die organisatorische Unterstützung durch den VCD Kreisverband Aachen-Düren e.V. erhält der Radentscheid Aachen eine Förderung der Stiftung für Öffentlichkeitsarbeit und Informationsmaterialien.

Bereits nach kurzer Zeit haben die Initiatoren die für die Durchführung des Bürgerentscheids notwendigen 8.000 Unterschriften zusammengetragen - bis zum Ende der Unterschriftensammlung unterzeichnen insgesamt 37.436 wahlberechtigte Bürgerinnen und Bürger auf den Unterschriftenlisten, die am 1. Oktober 2019 der Stadt Aachen offiziell übergeben werden.

In der Ratssitzung der Stadt Aachen am 6. November 2019 wird die Zulässigkeit und Umsetzung der Ziele des Bürgerbegehrens Radentscheid Aachen mit 72 von 76 Stimmen beschlossen.


Vom Schaf zur Socke

Der Verein BiNE e.V. realisierte im April 2018 mit der KGS Herzogenrath-Strass das Projekt "Vom Schaf zur Socke". Während des einwöchigen Projektzeitraums standen täglich 5 - 7 Schafe (Ostpreussische Skudden und Krainer Steinschafe) auf der Schulwiese und wurden von den Schülern betreut, gepflegt und erforscht.

Auch 2019 wurde "Vom Schaf zur Socke" an einer Grundschule der StädteRegion durch Förderung der Stiftung realisiert. Die Schüler der Gemeinschaftsgrundschule Kohlscheid-Kämpchen beherbergten die Schafe der BiNE e.V. im Mai 2019 auf ihrer Schulwiese und lernten viele Einzelheiten über den Körper und die Eigenschaften der Schafe, ihre Ernährung und die Fortpflanzung. Sie wuschen aber auch Wolle, stellten Fäden her, drehten Kordeln und erlernten die Grundlagen des Filzens. 

Ziel des Projekts ist die Vermittlung von hautnahen Erfahrungen rund ums Schaf sowie von Kenntnissen zu Rassen, Nahrung, Gefährdung und dem Lebensraum der Schafe. Zudem leistet das Projekt einen Beitrag zur Bewusstseinsbildung für die Komplexität des Produktionsablaufs und die Wertschätzung der Wolle als Naturprodukt.


Natur mit allen Sinnen von A bis Z

Im Rahmen einer Projektwoche an der GGS Alsdorf-Ofden führte die BiNE e.V. im Oktober 2018 das Projekt "Natur mit allen Sinnen von A bis Z" in der NaturErlebnis-Werkstatt Alsdorf sowie einer benachbarten Streuobstwiese durch. In zwei Teilprojekten erforschten insgesamt 120 Kinder die Natur mit allen Sinnen und verarbeiteten Äpfel zu Saft. Mittels Seh-, Tast- und Hörsinn erkundeten sie den Ort "Natur" ohne vorgefertiges Spielzeug oder digitale Medien und waren gefordert, eigene Ideen zu entwickeln und kreative Lösungen zu finden. Durch das Nahebringen der Natur wurde die Wertschätzung und Achtsamkeit für die Pflanzen- und Tierwelt gefördert und ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur erlernt. 

Auf einer Streuobstwiese lernten die Kinder typische Baummerkmale zur Bestimmung verschiedener Baumarten kennen sowie die Zuordnung zu einzelnen Sorten anhand des Geschmacks. Die selbst durchgeführte Herstellung von Apfelsaft verlangte den Kindern Anstrengungsbereitschaft und Durchhaltevermögen ab und förderte die Wertschätzung und den nachhaltigen Umgang mit Nahrungsmitteln.


Förderung eines Waldkindergartens

In Roetgen eröffnete im Jahr 2018 der erste Waldkindergarten der StädteRegion Aachen. Zuvor wurde mit viel Engagement und Eigeninitiative der Vereinsmitglieder sowie der finanziellen Unterstützung der Stiftung ein gebrauchter Bauwagen nach behördlichen Vorgaben saniert und ein geeignetes Waldgrundstück kindgerecht gestaltet, um die notwendigen strukturellen Voraussetzungen zum Betrieb des Waldkindergartens zu schaffen. Seit Sommer 2018 bietet der Waldkindergarten Roetgen Natur (er-)leben e.V. nun bis zu 20 Kindern eine Vielzahl an (Bewegungs-)Möglichkeiten im lärm- und stressfreien Lebensraum Wald mit seiner großen Methoden- und Ressourcenvielfalt.


Ein Anhänger für Renette, Boskoop und Berlepsch

Die Renette e.V. setzt sich für den Erhalt, den Schutz, die Pflege und die Neuanlage von naturnah bewirtschafteten Obstbaumflächen mit regional typischen Hochstamm-Obstsorten ein. Zum Transport von Arbeitsgeräten, zum Pflanzen und Pflegen von Obstbäumen sowie dem Anbringen von Schutzgittern wurde dringend ein geeigneter Fahrzeuganhänger benötigt. Durch Unterstützung der Stiftung konnte dieser, der auch zum Transport von Handmuser und Obstpresse zu Demonstrationszwecken in Schulen und Kindergärten und zu anderen Versaftungsaktionen eingesetzt wird, im Jahr 2018 zur Erleichterung der Vereinstätigkeiten angeschafft werden. 


Ein Balkenmäher für die Pflege der Eifeler Naturschutzgebiete

Der seit 1971 bestehende Kreisverband Natur- und Umweltschutz Euskirchen e.V. beteiligt sich an der aus naturschutzfachlicher Sicht notwendigen Pflege verschiedener Naturschutzgebiete im Kreis Euskirchen. Bei den Erhaltungsmaßnahmen handelt es sich immer um körperlich anstrengende Tätigkeiten, in vielen Gebieten ist zudem der Einsatz von landwirtschaftlichen Großgeräten aufgrund der vorherrschenden Vegetation nicht möglich. Durch eine Förderung der Stiftung konnte die Anschaffung eines Motormähers mit Anbaukreiselmäher realisiert werden, der eine wesentliche Arbeitserleichterung darstellt und so die Fortführung der Tätigkeiten der ehrenamtlich arbeitenden Mitglieder des KNU auch bei diesen außergewöhnlichen Anforderungen sicherstellt.